Dieses Jahr kamen die Netzwerker zur Arbeitstagung nach Xanten in den äußersten Westen Deutschlands. Der Einladung des Vereins zur Erhaltung des Xantener Domes e.V. mit dem Leiter der Dombauhütte Johannes Schubert folgten mehr als 40 Teilnehmende an den Niederrhein.

Wie üblich fand am Vortag die jährliche Koordinatorensitzung statt. Abends trafen sich viele Tagungsteilnehmende zum gemütlichen Gedankenaustausch im Wirtshaus „Neumaiers“.

Zum Auftakt begrüßten der 1. Koordinator des Netzwerkes Gerhard Lehrberger und die Vorsitzende des Dombauvereins. Den ersten Vortragsblock eröffnete Johannes Schubert mit Ausführungen zur Geschichte und Restaurierung des Xantener Doms. Karin Kirchner stellte die Gesteine am Dom vor, die ursprünglich hauptsächlich über den Rhein aus Süden transportiert wurden, wie die Tuffe und Trachyte aus der Eifel und vom Drachenfels, später auch aus dem Westerwald, Basaltlava aus Londorf und für die bildhauerischen Elemente Sandsteine, vor allem aus den Baumbergen bei Münster. Christoph Schaab sprach über die Konservierung und Restaurierung der Rheinischen Denkmalgesteine. Danach stellte Gunnar Siedler das 3D-Modell vom Xantener Dom als Grundlage der Gesteinskartierung vor.

Weitere Vorträge folgten am Nachmittag, darunter über das Geologische Profil Xanten (Stefanie Schröder), die Schmucksteine des mittelalterlichen Mosaiks aus dem Xantener Dom (Vilma Ruppienė & Maryia Auseikava), den Baumberger Sandstein (Esther von Plehwe-Leisen), den Pläner-Kalkstein (Heiner Siedel) sowie Natursteinmuseen, Schausteinbrüche und Lithotheken (Ferdinand Heinz).

In zwei Exkursionen führten J. Schubert, T. Knapp, K. Kirchner und C. Schaab in den Kreuzgang und Südturm des Xantener Doms sowie zu den Steinen im und am Xantener Dom.

Der öffentliche Abendvortrag im Dom von Barbara Schock-Werner über die geschwinde Restaurierung von Notre Dame in Paris sowie dem dort geleisteten Beitrag deutscher Restauratoren vor zahlreichem Publikum war einer der Höhepunkte der Tagung. Für die Netzwerker klang der Freitag stimmungsvoll beim Hüttenabend in der Dombauhütte aus.   

Der Samstag startete mit der dritten Exkursion. Stefan Marks führte zu den Steinen in der Stadt Xanten, die er akribisch dokumentiert hatte. Im dritten Vortragsblock referierte Vilma Ruppienė über die Natursteinverkleidung in den Bauten der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana, deren Grabungsfunde am Nachmittag im Archäologischen Park auf der vierten Exkursion (geführt durch Peter Kienzle und Bernd Liesen) besichtigt wurden. Oliver Weidlich zeigte in seinem Vortrag über den Geopark Grenzwelten (vorbereitet mit Georg Bresser) ein eindrucksvolles Beispiel für das Anliegen des Netzwerks, verbaute Naturwerksteine der Öffentlichkeit nahezubringen. Ulrich Kaplan sprach über den „Waldecker Marmor“ und Stefan Marks über „Aquäduktmarmor“. Anschließend fand die traditionelle Diskussion über die Entwicklung des Netzwerkes statt. Um die Aktivitäten an verschiedenen Orten bekannter zu machen, werden alle Akteure aufgefordert, Veranstaltungen für den Kalender auf der Internetseite des Netzwerkes unter www.steine-in-der-stadt.de anzumelden.

Der letzte Tagungstag (Sonntag) stand im Zeichen einer Exkursion nach Nijmegen in den Niederlanden. Timo G. Nijland und Hendrik Jan Tolboom zeigten, dass auch dort außer den omnipräsenten roten Ziegelsteinen eine Vielfalt an Naturwerksteinen, die dort, wie in Xanten, von der Antike bis in die Moderne hauptsächlich über den Rhein aus der Eifel und anderen Regionen herangeschafft und verwendet wurden.

Die Teilnehmenden an der Arbeitstagung danken Johannes Schubert und seinem Team der Dombauhütte, dem Verein zur Erhaltung des Xantener Doms und dem Verein der Landfrauen, die die Tagung sehr lecker traditionell verköstigt haben, sowie den niederländischen Kollegen für diese ausgesprochen gelungene Arbeitstagung – von vielen Netzwerkern quasi als Familientreffen im besten Sinne empfunden. Das Netzwerk freut sich auf das nächste Treffen in Güstrow vom 11.-14. Juni 2026, zu dem Arnold Fuchs eingeladen hat und wo wie in Xanten der Dom eine zentrale Rolle spielen wird.

Gerda Schirrmeister und Angela Ehling

Foto: Die Tagungsteilnehmer im Innenhof des Doms St. Viktor in Xanten; Bildrechte: Netzwerk Steine in der Stadt